Comerzbank: Neuland bestätigt

04.01.2018

Wie sehen vor allem kleine und mittlere Unternehmen (mit einem Umsatz bis zu 15 Millionen Euro im Jahr) die wirtschaftliche Entwicklung, das Innovationsklima, die Digitalisierung sowie Finanzierung und Zahlungsverkehr? Das war die Grundlage einer Befragung der Commerzbank im vergangenen Sommer bei eigenen Kunden und solchen anderer Banken, die das Meinungsforschungsinstitut Ipsos durchführte. Bundesweit wurden 3.210 Freiberufler, Handwerker und Gewerbetreibende befragt, 50 davon aus dem Bergischen Land.

88 Prozent der Antwortenden im Bergischen Land gaben bei der Befragung an, dass sie die wirtschaftliche Entwicklung positiv oder aber als stabil betrachten würden. Dabei sprechen 52 Prozent von einer besseren Auftragslage, 34 Prozent von einer gleichbleibenden. Die große Mehrheit bleibt weitgehend optimistisch, wenn es um das gerade begonnene Jahr 2018 geht. Die Niedrigzinsen sehen die Antwortenden nicht als Gefahr für ihr Unternehmen – allerdings für die eigene Altersvorsorge. Sie sorgen sich dabei auch mehr als im bundes-deutschen Durchschnitt.

Und was erwarten die Wuppertaler von der neuen Regierung? Die große Mehrheit wünscht sich den Abbau von Bürokratie und Regulierung, eine bessere Bildungspolitik und Förderung von Forschung und Entwicklung. Angesichts dieser Antworten muss es nicht verwundern, das über ein Viertel der Antwortenden auch im Fachkräftemangel das größte Risiko für ihr Unternehmen sehen. Deutschlandweit sind es sogar über ein Drittel, die das so sehen. Ein knappes Viertel fürchtet im Bergischen Land zudem die Konkurrenz durch das Internet und die eigene Arbeitsunfähigkeit.

Die Antwortenden bezeichneten ihre Region insgesamt als wenig innovationsfreundlich, wollen eigene Innovationen jedoch durch gut ausgebildete Mitarbeiter vorantreiben. Möglichkeiten für Innovationen sehen die meisten der Antwortenden in ihrem Produkt- oder Dienstleistungsangebot, aber auch in der Digitalisierung. Aber: Nur die Hälfte der Antwortenden erledigt ihre Geschäfte überwiegend oder teilweise im Internet. Bundesweit sind es sogar fast 60 Prozent, die kaum im Internet aktiv sind. Da verwundert es auch nicht, dass die am häufigsten genannte Leistung, die über das Internet angeboten wird, das Versenden von Informationen ist. Kaum die Hälfte der Unternehmen bietet eine Terminvereinbarung an, nur 40 Prozent, Produkte online einkaufen oder bestellen zu können. Ganze 14 Prozent bieten überhaupt keine Leistungen über das Internet an. Und damit steht das Bergische Land noch gut da: Deutschlandweit bieten noch weniger Unternehmer Leistungen über eine eigene Internetseite an, ein Viertel taucht dort nicht beziehungsweise ohne Dienstleistungen auf. Immerhin: In der Region nutzt die Mehrheit der Antwortenden digitale Lösungen von Geschäftspartnern, unter anderem auch von ihren Banken. Das nutzt bundesweit nicht einmal die Hälfte der Befragten.

Finanziell stehen die meisten Befragten gut da, denn trotz niedriger Zinsen können über die Hälfte Investitionen aus den Einnahmen finanzieren. Zwar bietet das für die Commerzbank keinen Anhaltspunkt, mit Kunden wie Nichtkunden ins Gespräch zu kommen. Aber die Studie hat ein anderes Geschäftsfeld erkennbar gemacht, sagt Peter Uwe Siedowski, Leiter der Geschäftskunden im Bergischen Land (siehe Foto). So wurden nicht einmal die Hälfte der Antwortenden von ihrer Geschäftsbank über alternative Anlageformen informiert. Potenzial sieht er ebenfalls in der Vergabe von Online-Krediten, die über die Hälfte noch nie – in diesem Fall wurde nach privaten und geschäftlichen Krediten gefragt – abgeschlossen wurden. Gefragt wurde schließlich auch danach, was Gründer von einer Geschäftsbank erwarten. Das waren unter anderem Leistungen für einen umfassenden Zahlungsverkehr, aber auch Finanzierungshilfen und Beratungen bei der Gründung. Das Stichwort „umfassender Zahlungsverkehr“ will die Commerzbank in Zukunft noch ausweiten, indem man über einen Zugang alle Konten, auch die anderer Banken, erreichen könne. Das geht bisher nur über eine externe Software. Umgesetzt sein könnte dies ab dem zweiten Quartal, so Siedowski. Das folge dem Ziel, „es den Menschen so einfach wie möglich zu machen“.

Und noch etwas habe man aus dieser inzwischen vierten Befragung gelernt: Kunden wie Nichtkunden wollen einen Ansprechpartner vor Ort haben. Konsequenz: Die Commerzbank werde keine der 17 Filialen in der Region schließen, so der Wuppertaler Direktor.

Silke Nasemann

Bergische Blätter Verlags GmbH


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